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KunstRaum. Eine Bretterwand voller Bilder - Dietmar Lehmann 1999 | Espelkamp 1999
Installation, 100 x 800 x 300cm, 43 Orginalgemälde aus Weißrussland
Jury: Ingrid Raschke-Stuwe, Galerie Münsterland, Prof. Horst Gläsker, Gesamthochschule Kassel,
Dr. Thomas Kellein, Kunsthalle Bielefeld

"KunstRaum. Eine Bretterwand voller Bilder"

1999, Kunsträume - Espelkamp

Die Präsentation von Kunst, nehmen wir einmal den öffentlichen Raum aus, ist bestimmt durch verbindlich festgelegte Konventionen. Im Zentrum dieser Konventionen stehen heute leere weiße Wände, ein neutraler Boden, ein Beleuchtungssystem. Geht man aufmerksames Auges durch russische Städte, stößt man unverhofft auf eine andere, für Betrachter eher befremdende Art öffentlicher Kunstpräsentation. Auf langen Bretterwänden stellen viele russische Künstlerinnen und Künstler ihre Werke in Geschäftsstraßen aus und bieten ihre Werke zum Kauf an. Was passiert aber, wenn man diese aus eigener Anschauung beobachtbare relativ einfache Situation in eine andere Urbanität versetzt? Was wir sehen ist ein Installation, ein Diskussionsbeitrag zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Hier eine Installation, dort konkretes öffentliches Ereignis im alltäglichen Kunstbetrieb.

 

presseMindener Tageblatt, 23. April 1999

Espelkamp,1999
Installation aus 43 Originalgemälden aus Weißrussland, Bretterwand, 12 x 12 m

Von Ursula Koch

Espelkamp (mt). Eine Ausstellung im öffentlichen Raum simuliert der Mindener Künstler Dietmar Lehmann mit seinem Projekt zu den Kunst-Räumen in Espelkamp. Er greift damit etwas auf, was er bei seinen Reisen nach Russland oder Weißrussland immer wieder gesehen hat. Künstler und Künstlerinnen bieten dort an langen Bretterwänden in den Fußgängerzonen ihre Werke zum Verkauf an.

Zugleich schlägt er damit einen Bogen zur Geschichte der Stadt Espelkamp, deren Bewohner zum Teil aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion stammen. Er bringt damit ein Stück "Alte Heimat" in die neue Heimat. An der Espelkamper Kunst-Wand werden zwar Originalbilder aus Russland hängen, jedoch fehlen die Verkäufer bzw. Künstler. "Ich führe ein Theaterstück ohne Schauspieler auf", sagt der Künstler dazu. Für ihn wird diese "Ausstellung" damit verselbstständigt und so weniger zu einem Vehikel für bestimmte Bilder.
Ironisch nimmt Lehmann damit auch die Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum, denn "mein Projekt entspricht auf den ersten Blick der Erwartungshaltung des Publikums" - nämlich Kunst, die zumeist mit Gemälden assoziiert wird, im öffentlichen Raum zu erleben. Doch dadurch, dass hier der eigentliche Zweck, der Verkauf der Bilder nämlich, aufgehoben wird, werden auch die Bilder zu anonymen Fragmenten.
Mit der Hinterfragung von Wahrnehmung arbeitete Lehmann, der bei Professor Waldemar Otto in Bremen Bildhauerei studiert hat, bereits häufiger. Zuletzt war er in vergangenen Jahr anlässlich des Melitta-Förderpreises mit einer solchen Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes im Mindener Tageblatt präsent. Er hatte die Kulturseite künstlerisch verfremdet - das Medium wurde durch Schnipsel aus anderen Medien überlagert und damit der Wahrnehmung durch den Leser entzogen - und dieses Projekt auch bei Zeitungen in Bielefeld, Grodno, Minsk und St. Petersburg fortgesetzt. Zuvor hatte er eine Serie von collagenhaften Bildern, "Kreuz-Zeichen", entwickelt, die aus vielen kleinen Schnipseln aus Zeitungen und Illustrierten bestanden, ihren Ursprung in kleinen Fragmenten noch verrieten. Mit diesen Arbeiten war er auch bei den letzten Kunst-Räumen 1997 im Besucherbergwerk Kleinenbremen vertreten.

 

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KunstRaum. Eine Bretterwand voller Bilder
Dietmar Lehmann 1999

43 Orginalgemälde aus Grodno/Weißrussland
25 m Bretterwand

Kunst-Räume 1999, Espelkamp

Jury:
Ingrid Raschke-Stuwe, Galerie Münsterland
Prof. Horst Gläsker, Gesamthochschule Kassel
Dr. Thomas Kellein, Kunsthalle Bielefeld

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