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Der Himmel ist leer - Dietmar Lehmann 2004 | Lichtinstallation am Kaiser-Wilhelm Denkmal
LandArtFestival 2004

"Der Himmel ist leer"

2004 - Lichtinstallation am Kaiser-Wilhelm Denkmal Porta Westfalica

Die Vorgehensweise ist relativ einfach. Das ansonsten am Nachthimmel deutlich wahrnehmbare Kaiser-Wilhelm-Denkmal wird über einen gewissen Zeitraum lichttechnisch zunehmend verdunkelt, bis das Denkmal - in schwarzblau gehüllt – optisch ganz verschwindet. Es entsteht eine kaum merklich irritierende Situation im öffentlichen Raum, die künstlerische, ortsspezifische und geschichtliche Fragen aufwirft. Letztendlich lautet die Frage, wie geht die heutige Gesellschaft mit Monumenten um, die Überbleibsel der Geschichte sind, was aus der Geschichte geehrt, was verborgen oder korrigiert werden muss.

 

presseNeue Westfälische, 11./12. September 2004-Titelseite

Schwups, da war der Kaiser weg!
Mit optischen Tricks lässt Künstler das Denkmal an der Porta ver-schwinden

Porta Westfalica (dpa). 20000 Menschen strömten am 18. Oktober 1896 zum Wittekindsberg in Porta Westfalica. Hoher Besuch wurde erwartet: Unter Glockengeläut trafen Kaiser Wilhelm II. und Kaiser ein Auguste Viktoria ein. Das kaiserliche Paar wohnte der Einweihung des 88.Meter hohen Kaiser-Wilhelm- Denkmals zu Ehren Wilhelm I. bei. Der 88 Meter hohe Sandsteinbau thront seitdem weithin sichtbar über der Weser. Doch 108 Jahre nach seiner Errichtung lässt der Künstler Dietmar Lehmann (51) das Monument verschwinden. "Ich gebe das Denkmal an die Nacht zurück", sagt er. 15 Scheinwerfer tauchen üblicherweise die würdevoll dreinblickende Kaiserstatue unter dem Baldachin nach Einbruch der Dunkelheit in ein gelbes Licht. Lehmann hat mit der Lichtdesign-Studentin Laura Schröder diese Scheinwerfer mit Folien in zwei Blautönen versehen, die seit dem vergangenen Montag zwei Wochen lang rund um das Denkmal "wandern". So leuchtete das Monument in den ersten Tagen noch hellblau, verdunkelte sich dann aber Nacht für Nacht, bis es vollständig verschluckt wird.

 

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presseMindener Tageblatt, 19. August 2004

Den Kaiser in einem ganz anderen Licht sehen
Spektakuläres Projekt des Portaner Künstlers Dietmar Lehmann

Porta Westfalica (mt). Kaiser Wilhelm I. wird Anfang September sein blaues Wunder erleben. Dietmar Lehmann sorgt dann mit Lichteffekten dafür, dass sich das Denkmal verdunkelt.

Am zweiten September-Wochenende, wenn in Porta Stadtfest gefeiert wird, hüllt sich das Denkmal in ein dunkles Blau. "Aus größerer Entfernung, von der Autobahn zum Beispiel, ist es dann gar nicht mehr zu sehen", sagt der Portaner Künstler. Er gebe das Denkmal sozusagen der Nacht zurück.
Lehmann ist dafür bekannt, Gewohntes zu verfremden. Projekte wie das "Zerstören von Zeitungen" (unleserliche Textschnipsel zogen sich durch die Kulturseiten), haben ihn überregional bekannt gemacht. "Kunst kann ein Mittel für historische Fragen sein", sagt Lehmann. Mit der Verfremdung des Denkmals möchte er den gewohnten Wahrnehmungsfluss unterbrechen und den Betrachter fragen: Wofür steht das Denkmal eigentlich?...

 

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presseMindener Tageblatt, Journal 2004, Freitag, 31. Dezember 2004

Porta "Willem" mal ganz in Blau
Künstler verdunkelt Denkmal im September

Porta Westfalica (soni). Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in einem anderen Licht sehen - dieses Ziel hatte sich der Portaner Künstler Dietmar Lehmann gesetzt. Die ersten beiden Septemberwochen erstrahlte der "Willem" in geheimnisvollen Blautönen.
Am 3. September begann Lehmann mit der Lichtdesign-Studentin Laura Schröder damit, die ersten hitzebeständigen Folien an den insgesamt 15 Scheinwerfern anzubringen. Zwei Blautöne, ein heller und ein dunkler, wurden für das Projekt verwendet.
An den ersten Tagen leuchtete die Denkmalseite in Richtung Vlotho in einem hellen Blau, während die gegenüber liegende Seite von Weißlicht angestrahlt wurde. Tag für Tag, Nacht für Nacht wanderten die hellen und dann dunklen Blautöne von der Vlothoer Seite über Porta nach Minden, so dass der "Willem" immer dunkler erschien und pünktlich zum Portaner Stadtfest fast vollständig unsichtbar wurde. In der Woche danach montierten Lehmann und seine Gehilfin die Folien nach und nach wieder ab, bis das Denkmal wieder von dem gewohnten Gelblicht erhellt wurde.

Dietmar Lehmann, der gerne Gewohntes verfremdet, hatte es sich bei der "Kaiserdämmerung" zum Ziel gesetzt, das Monument der Nacht zurückzugeben. Mit der Verfremdung wollte er den gewohnten Wahrnehmungsfluss unterbrechen und die Menschen zum Nachdenken anregen. Zum Staunen gebracht hat Lehmann sie allemal..

 

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presseWestfalen Blatt, Freitag, 3. September 2004 - Titelseite

Kaiser erlebt ein blaues Wunder
von Hartmut Horstmann

Porta Westfalica (WB) Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke) zählt zu den Wahrzeichen der Region. Mit seiner Lichtaktion will jetzt der Künstler Dietmar Lehmann den Kaiser zum Verschwinden bringen.
Am Montag beginnt der Portaner mit der Verfremdung des Denkmals, das im Jahr 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelm I. eingeweiht wurde. Dabei montiert Lehmann Farbfolien vor die Scheinwerfer und lässt den Kaiser in den folgenden elf Nächten sein blaues Wunder erleben. Nach einer Woche ist der Blauton vom Nachthimmel nicht mehr unterscheidbar. Lehmann: "Ich gebe den Kaiser der Nacht zurück".
Die so erreichte Störung der gewohnten Wahrnehmung soll den Betrachter zum Innehalten bringen, ihn zu kritischen Fragen animieren. Immerhin lebe das Denkmal, das wie selbstverständlich hingenommen werde, vom zweifelhaften Pathos der Hohenzollern, sagt Lehmann - fügt jedoch versöhnlich hinzu: "Natürlich muss der Kaiser bleiben".

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke) zählt zu den Wahrzeichen der Region. Mit seiner Lichtaktion will jetzt der Künstler Dietmar Lehmann den Kaiser zum Verschwinden bringen.
Am Montag beginnt der Portaner mit der Verfremdung des Denkmals, das im Jahr 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelm I. eingeweiht wurde. Dabei montiert Lehmann Farbfolien vor die Scheinwerfer und lässt den Kaiser in den folgenden elf Nächten sein blaues Wunder erleben. Nach einer Woche ist der Blauton vom Nachthimmel nicht mehr unterscheidbar. Lehmann: "Ich gebe den Kaiser der Nacht zurück".

Die so erreichte Störung der gewohnten Wahrnehmung soll den Betrachter zum Innehalten bringen, ihn zu kritischen Fragen animieren. Immerhin lebe das Denkmal, das wie selbstverständlich hingenommen werde, vom zweifelhaften Pathos der Hohenzollern, sagt Lehmann - fügt jedoch versöhnlich hinzu: "Natürlich muss der Kaiser bleiben".

 

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